Der Kanu-Sport bietet viele Disziplinen für jeden Geschmack: Vom beschaulichen Wanderpaddeln bis zum abenteuerlichen Wildwasser, Mannschaftssportarten wie Kanu-Polo aber auch neue wie das Stand-Up-Paddling gehören dazu. Mehr Informationen dazu findet Ihr auch auf der Webseite des Deutschen Kanu-Verbands.

Bei der olympischen und schnellsten Variante, dem Kanu-Rennsport, geht es darum, eine bestimmte Strecke auf geradem Gewässer zu fahren und dabei als Erster ins Ziel zu gelangen. Die Strecke besteht in der Regel aus neun Bahnen, die durch Bojen gekennzeichnet sind. International übliche Wettkampfdistanzen sind 200, 500 und 1000m. In Deutschland werden außerdem auch Langstreckenrennen über 2000 und 5000m  ausgetragen.

Es gibt zwei verschiedene Bootsarten: Kajak und die Canadier, beide werden unter dem Oberbegriff Kanu zusammengefasst. Im Jahr 1919 wurden die ersten Deutschen Meisterschaften für die Herren ausgetragen. Im Kajak paddeln seit 1935  auch die Damen um die Deutsche Meisterschaft. Seit 2010 wird der Canadiersport auch von den Damen ausgetragen.

Beim Kajak wird zwischen dem Einer (K 1), dem Zweier (K 2) und dem Vierer (K 4) unterschieden. Dies gilt auch für den Canadier, dementsprechend dann C 1, C 2 und C 4 genannt. National wird außerdem der Canadier-Achter (C 8) gefahren. Zur Förderung des Candiersports gibt es seit 2013 den C 8 mix. für Schüler und Schülerinnen.

fischrreinhardt1Ein Kajak wird im Sitzen gefahren. Der Paddler sitzt mit dem Blick nach vorne und leicht angewinkelten Beinen im Boot und taucht sein Doppel-Paddel wechselseitig ein und zieht es von vorne nach hinten durch das Wasser um das Boot vorwärts zu bewegen. Unter dem Heck befindet sich ein Steuer, das mit einer Fuss-Steuerung bedient wird. Kajaks werden heute bevorzugt aus Kohlefaser und anderen Verbund-Kunststoffen hergestellt, aber auch Mahagoni-Holz ist nach wie vor verbreitet.
c2Ein Canadier wird kniend gepaddelt. Das Bootsdeck ist weitgehend offen. Die Sportler haben ein Stechpaddel, mit dem sie auch steuern müssen, denn bei diesen Booten gibt es keine Steueranlage. Die Canadierfahrer beherrschen ganz bestimmte Steuerschläge, um ihr Boot auf dem Kurs zu halten. Renn-Canadier sind wie Kajaks heute auschließlich aus Kohlefaser oder anderen Kunststoffen hergestellt.

 

Baubestimmungen

Um eine Chancengleichheit zu gewährleisten, werden in den Wettkampfbestimmungen die Maße für die Boote genau festgelegt:

Bootsklasse   Höchstlänge  Mindestgewicht
K1 5,20m 12kg
K2  6,50m  18kg 
K4  11,00m  30kg 
C1 5,20m 16kg
C2 6,50m 20kg
C4 9,00m 30kg
C8 11,00m  
Außerdem muss bei den Booten die gesamte Rumpffläche nach außen gewölbt (konvex) sein und darf nicht mit Gleitmitteln beschichtet werden. Bei allen Meisterschaftsregatten werden alle Boote auf die Einhaltung dieser Bestimmungen hin überprüft. Ein Verstoß führt zum Ausschluß des Sportlers.
 

WETTKÄMPFE

Der Kanurennsport ist - neben dem Kanuslalom - eine der beiden olympischen Sparten des Kanusports. Außerdem gibt es Welt- und Europameisterschaften, Weltcup-Rennen, internationale Regatten, Deutsche Kanu-Rennsport Meisterschaften, Gruppenmeisterschaften (unterteilt in Nord, Ost, Süd und West), Landesmeisterschaften und viele andere Regatten. Auch Junioren kämpfen schon um Weltmeisterschaften, um den Weltcup und neuerdings auch um die Europameisterschaft in ihrer Klasse.

INTERNATIONALE WETTKÄMPFE

Olympische Spiele

Der Kanurennsport wurde im Jahre 1936 erstmalig in das olympische Programm aufgenommen und ist seitdem fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Folgende zwölf Disziplinen gehören derzeit ins olympische Programm:

200 Meter
Kajak-Herren            K1 / K2
Kajak-Damen             K1
Canadier-Herren         C1

500 Meter
Kajak-Damen             K1 / K2 / K4

1 000 Meter
Kajak-Herren            K1 / K2 / K4
Canadier-Herren         C1 / C2

Bei den Olympischen Spielen ist pro Nation und Disziplin nur ein Boot startberechtigt, nur eine begrenzte Zahl von Booten kann überhaupt sich für die Teilnahme qualifizieren.

Weltmeisterschaften

Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1938 in Waxholm/Schweden statt. Seit 1970 werden sie in jedem Jahr ausgetragen, in dem keine olympischen Spiele anstehen. Die    Disziplinen wurden oftmals, zuletzt 1996, geändert. Seit 1997 werden in folgenden Disziplinen Weltmeisterschaftstitervergeben:

200 und 500 Meter
Kajak-Damen             K1 / K2 / K4
Kajak-Herren            K1 / K2 / K4
Canadier-Herren         C1 / C2 / C4

1000 Meter
Kajak-Damen             K1 / K2
Kajak-Herren            K1 / K2 / K4
Canadier- Herren        C1 / C2 / C4

Bei den Weltmeisterschaften ist pro Nation und Disziplin nur ein Boot startberechtigt.

Junioren-Weltmeisterschaften

Seit 1985 richtet die Internationale Kanu-Förderation (ICF) Junioren-Weltmeisterschaften aus. Sie finden alle zwei Jahre statt. Teilnehmen dürfen Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Es wird das Weltmeisterschaftsprogramm (s.o.) gefahren, ausgenommen die 200 m-Distanz. Im Wechsel dazu wird    alle zwei Jahre der Worldcup mit den gleichen Disziplinen durchgeführt.

Europameisterschaften

Seit 1996 gibt es auch im Kanu-Rennsport Europameisterschaften. Diese finden alle 2 Jahre im Wechsel für Junioren und Leistungsklasse statt.

NATIONALE WETTKÄMPFE

Deutsche Meisterschaften

Deutsche Kanu-Rennsport Meisterschaften werden vom Deutschen Kanu-Verband seit 1919 veranstaltet. Sie finden jährlich an unterschiedlichen Austragungsorten statt. Insgesamt werden mittlerweile in über 100 Klassen die Deutschen Meister ermittelt. Teilnehmen kann nur, wer sich bei den Gruppenregatten Nord, Ost, Süd oder West qualifiziert hat. Nur die Finalteilnehmer (bzw. die ersten neun Boote der Langstrecke) der Gruppenregatten haben das Startrecht bei der Deutschen Meisterschaft.

Weitere Regatten

Außerdem gibt es unzählige weitere Veranstaltungen auf nationaler Ebene. Fast alle Landeskanuverbände führen Landesmeisterschaften durch. Daneben gibt es zahlreiche Regatten ohne Meisterschaftscharakter, bei denen sich die Athleten messen können.

 

 

Über Hamburg:

Der Ohlsdorfer Friedhof ist mit 391 Hektar der größte Parkfriedhof der Welt. Seit 1877 wurden hier 1.4 Mio. Menschen beigesetzt.

Schon gewusst?

1935 wurde Elsa Bromeis aus Hamburg die schnellste Deutsche über 500m. 2012 benannte man im Stadtteil Wilhemsburg in einem neuen Park einen Kanal nach ihr.